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Europäischer Jugendaustausch

Informationen zum deutsch-europäischen Jugendaustausch, von Aupair-Aufenthalten bis zu Schüleraustauschprogrammen und Schulpartnerschaften, der Vergabe von Stipendien und den zuständigen Organisationen.

Deutsche Dachorganisationen

Im Folgenden werden die zentralen Jugendverbände in Deutschland aufgelistet, die den bilateralen, außerschulischen Jugendaustausch, die fachliche Zusammenarbeit und die internationale außerschulische Jugendbegegnung, insbesondere den Austausch von Jugendgruppen und Jugendverbänden, fördern.

 

Die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) führt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Mitgliedsverbände des IJAB bi- und multilaterale Fachprogramme für Experten der Jugendarbeit im In- und Ausland sowie multinationale Tagungen durch. Weitere Aufgabenbereiche sind die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit über internationale und europäische Jugendpolitik.

Die IJAB Datenbank für internationale Jugendarbeit (DIJA) stellt nicht nur Informationen zur Jugendarbeit, sondern auch zur Landeskunde ausgewählter Länder zusammen. Die Rubrik Fördertipps informiert über Finanzierungsmöglichkeiten internationaler Begegnungen.

 

Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) ist eine Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände und Landesjugendringe der Bundesländer sowie weiterer Anschlussverbände. Der DBJR unterhält bilaterale Kontakte zu vielen Jugendorganisationen der Welt. Die Arbeitsschwerpunkte liegen in West- und Osteuropa. Zusammen mit

 

dem Ring Politischer Jugend bildet der DBJR im Rahmen des Deutsche Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit (DNK). Das DNK ist Mitglied in multilateralen Jugendstrukturen und Gründungsmitglied des Europäischen Jugendforums, das zum Ziel hat, durch seine Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, dem Europarat und der UN-Organisation auf Standpunkte von europäischen Jugendlichen aufmerksam zu machen.

 

Die Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (bkj) ist ein Zusammenschluss von 48 bundesweit agierenden Fachverbänden, Institutionen und Landesvereinigungen kultureller Jugendbildung. Vertreten sind die Bereiche Musik, Spiel, Theater, Tanz, Rhythmik, Bildende Kunst, Literatur, Fotografie, Film und Video, Neue Medien und kulturpädagogische Fortbildung.

 

Jugend für Europa - Deutsche Agentur Jugend fördert schwerpunktmäßig Jugendbegegnungen, Jugendinitiativen, Fortbildungen und Trainings für Fachkräfte sowie den europäischen Freiwilligendienst.

Bilateraler Jugendaustausch

Deutsch-französischer Jugendaustausch

Das Deutsch-Französische Jugendwerk hat die Aufgabe, die Beziehungen zwischen jungen Deutschen und Franzosen enger zu gestalten und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. Hierfür fördert es die deutsch-französische Zusammenarbeit sowie Austauschprogramme in den Bereichen der beruflichen, schulischen und außerschulischen Bildung.

Deutsch-polnischer Jugendaustausch

Das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) hat die Aufgabe, gegenseitiges Verstehen und Zusammenarbeiten zwischen der Jugend Deutschlands und Polens zu fördern. Hierfür gewährt es finanzielle Unterstützung, bietet Information und Beratung, organisiert Seminare, Sprachkurse, Journalistenprogramme, Expertenrunden und leistet Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit.

 

Die Deutsch-Polnische Jugendakademie (DPJA) möchte die Jugend Polens und Deutschlands einander näher bringen, das Verständnis füreinander erhöhen, Versöhnung fördern und beim Bau eines freien, ungeteilten und demokratischen Europas helfen. Zusammen mit ihren polnischen Partnern in Polen und Deutschland organisiert sie Jugendbegegnungen mit kulturellen, politischen, gesellschaftliche, sozialen und geschichtlichen Schwerpunkten und fördert die Städtepartner Münster-Lublin.

 

Die Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) veranstaltet Tandem-Sommersprachkurse und vergibt an Studierende und Doktoranden aller Fachrichtungen, die an der polnischen Kultur und Gesellschaft interessiert sind und über Grundkenntnisse der polnischen Sprache verfügen, Stipendien für einen Aufenthalt im Nachbarland.

 

Das Goethe-Institut veranstaltet jeden im Sommer in den Städten Plock und Bialogard Sprachcamps für polnische Schüler.

Deutsch-tschechischer Jugendaustausch

Das Koordinierungszentrum für den deutsch-tschechischen Jugendaustausch – Tandem – bietet Beratungsdienste, Informationen und Weiterbildungsangebote für Lehrer und Fachkräfte in der Jugendarbeit. Es vermittelt Kontakte zwischen Partnerorganisationen und fördert Begegnungen zwischen deutschen und tschechischen Jugendlichen sowie Praktika und Auslandserfahrungen.

 

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds unterstützt mit seinen Förderprogrammen neben Schulpartnerschaften und Schülerbegegnungen auch Fachpraktika, grenzüberschreitende Jugendarbeit sowie die Zusammenarbeit von Kindergärten undverschiedene Freizeitaktivitäten in den Bereichen Kultur und Sport.

Deutsch-russischer Jugendaustausch

Der Deutsch-Russische Austausch (DRA) unterstützt Bürgerinitiativen, Menschenrechtsorganisationen und nichtstaatliche soziale Einrichtungen. Er organisiert Seminare und Tagungen, entwickelt Konzepte und fördert fachspezifische Studienaufenthalte und Freiwilligendienste.

 

Die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch fördert den deutsch-russischen Jugend- und Schüleraustausch. Bewerben können sich Schulen, Jugendgruppen aber auch einzelne Jugendliche, die Interesse an der Begegnung mit Russland und russischen Altersgenossen haben.

Ab 1. Januar 2013 bietet die Stiftung mit dem Förderprogramm "Bildungsbündnisse für jugend.kultur.austausch" für bildungsbenachteiligte Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren den Zugang zu interkulturellem und internationalem Jugendaustausch zu ermöglichen.

Multilaterale Programme

Jugendaustausch mit Mittel-, Ost- und Südosteuropa

Mit kulturweit, dem Freiwilligendienst des Auswärtigen Amts, können junge Menschen aus Deutschland für sechs oder zwölf Monate in den Staaten Mittel- und Südosteuropas vielfältige Aufgaben – von der Hausaufgabenbetreuung in einer deutschen Auslandsschule bis hin zur Mitarbeit in einer Außenstelle des Deutschen Akademischen Austauschdiensts – übernehmen. Alle Freiwilligen werden durch das Auswärtige Amt betreut und sind finanziell abgesichert.

 

MitOst fördert den Sprach- und Kulturaustausch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Neben der Durchführung von Begegnungs- und Kulturprojekten engagiert er sich am Aufbau und der Pflege eines Informations- und Kontaktnetzwerkes. Außerdem betreut MitOst die Alumnigruppen der ehemaligen Stipendiaten der Robert Bosch Stiftung.

 

Der Förderwettbewerb Junge Wege in Europa bietet Schülern und Jugendlichen aus Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa die Möglichkeit, ihre Ideen und Interessen in gemeinsamen Projekten zu verwirklichen.

Die Ausschreibung des Förderwettbewerbs erfolgt zweimal jährlich im Herbst und im Frühjahr. Projektpartner aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa können sich mit einem gemeinsam erstellten Projektplan für eine Förderung bewerben.

 

Das Theodor-Heuss-Kolleg ermutigt junge Menschen aus Mittel- und Osteuropa, Südosteuropa und Zentralasien, sich in ihrem Umfeld gesellschaftspolitisch zu engagieren und zum Aufbau demokratischer Strukturen beizutragen. Die Kollegiaten werden für ein Jahr gefördert. Internationale Sommerseminare vermitteln praxisbezogene Kompetenzen und Kenntnisse und dienen der Entwicklung von Projektideen. Die besten Ideen werden anschließend mit einer Projektförderung ausgezeichnet.

 

Der Schul- und Jugendwettbewerb Europeans for Peace fördert mehrtägige Projektbegegnungen zwischen Jugendlichen aus Deutschland, Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie Israel. Mit diesem Programm möchte er junge Menschen zur Auseinandersetzung mit Geschichte und zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Gleichaltrigen anregen.

 

Die Deutsche Jugend in Europa (djo) unterhält internationale Jugendaustausch-Kontakte mit allen europäischen Ländern – ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Ostmittel-, Südost- und Osteuropa, wo die djo eine intensive Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partnerorganisationen und Verbänden unterhält.

Jugendaustausch mit den Ostsee-Anrainerstaaten

Das Ostsee-Sekretariat für Jugendangelegenheiten (BSSYA) wurde von den für Jugendangelegenheiten verantwortlichen Ministerien der 11 Ostseestaaten gegründet. Es dient als Koordinations- und Informationszentrum der verschiedenen jugendpolitischen Akteure im Ostseeraum. Die Aufgabe des BSSYA ist es, die aktive Teilhabe junger Menschen an der Entwicklung von Demokratie und einer pluralistischen Zivilgesellschaft in den Ostseeanrainerstaaten zu fördern. Seine Themen umfassen Jugendpolitik, insbesondere Jugendbeteiligung, Zusammenarbeit mit anderen europäischen Regionen, Verbesserung des Jugendaustauschs und der Jugendmobilität, Integration benachteiligter Jugendlicher sowie Förderung der Jugendpolitik als Querschnittsthema für andere Politikfelder.

 

Das Ostsee-Jugendbüro ist ein nicht-kommerzielles Dienstleistungsbüro mit dem Ziel, Jugendaustausch und Mobilität im Ostseeraum zu fördern. Es bietet Informationen, Kontakte und Hilfe bei der Organisation von Jugendbegegnungen rund um die Ostsee, Studienfahrten, Seminare zum Thema Ostsee-Zusammenarbeit und Lerneinheiten über interkulturelles Lernen für Jugendgruppen, Jugendverbände und nichtorganisierte Jugendliche.

Schulpartnerschaften

COMENIUS-Schulpartnerschaften

Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) fördert im Rahmen des EU-Programms für Lebenslanges Lernen

 

bilaterale Schulpartnerschaften, bei denen zwei Schulen aus Teilnehmerstaaten mit unterschiedlicher Sprache zur Förderung des Fremdsprachenlernens zusammenarbeiten. Die Partnerschaft dauert zwei Jahre und beinhaltet einen mindestens zehntägigen Besuch einer Gruppe von mindestens zehn Schülern mit ihren Begleitlehrkräften bei der Partnerschule sowie einen entsprechenden Gegenbesuch der Partnereinrichtung. Das Mindestalter der Schüler zum Zeitpunkt des Auslandsaufenthalts sollte bei 12 Jahren liegen;

 

multilaterale Schulpartnerschaften, an denen mindestens drei Schulen aus drei verschiedenen Teilnehmerstaaten beteiligt sind. Die Zusammenarbeit dauert zwei Jahre und kann wahlweise auf Schüleraktivitäten oder auf dem Gedankenaustausch auf Ebene des Kollegiums zu didaktisch-pädagogischen Fragestellungen oder Fragen des Schulmanagements liegen.

Schulpartnerschaften mit Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion (NUS)

Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) fördert zusammen mit dem Auswärtigen Amt Schulpartnerschaften mit den Ländern Tschechische Republik, Slowakische Republik, Ungarn, Slowenien, Rumänien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen und Russland. Fördermittel für gemeinsame Projekte, die im Rahmen von Schulpartnerschaften durchgeführt werden, erhalten Schulen, die regelmäßige Kontakte zu Schulen in diesen Ländern unterhalten. Aus den Mitteln des Auswärtigen Amts können Zuschüsse zu den Reisekosten, Taschengeld und eine Versicherungspauschale für die ausländischen Gäste beantragt werden.

Connecting Classrooms

Diese Initivative des British Council initiiert langfristige Partnerschaften zwischen Schulen in Großbritannien und über 60 Ländern weltweit. Sie wird von den Schulträgern in den jeweiligen Ländern unterstützt. Dadurch ist sichergestellt, dass die Partnerschaften lokalen Bedürfnissen entsprechen und mit zentralen Bildungszielen übereinstimmen. Das Projekt wird zunächst in 20 europäischen Ländern realisiert. Zehn Schulen in Sachsen-Anhalt werden mit Schulen aus Großbritannien, Serbien und der Slowakei an Themen zu gesellschaftlicher und kultureller Vielfalt arbeiten.

Weitere Organisationen

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