TEMPUS - (Trans-European Mobility Programme for University Studies) ist das EU-Programm zur Modernisierung des Hochschulwesens in Osteuropa und Russland, Zentralasien, den Ländern des westlichen Balkans und den südlichen Mittelmeeranrainern.
Grundlage des Programms ist ein am 7. Mai 1990 vom Ministerrat der Europäischen Union verabschiedetes Aktionsprogramm zur Zusammenarbeit im Hochschulbereich, das zunächst in den Ländern Mittel- und Osteuropas den Reformprozess in Richtung Marktwirtschaft und Demokratisierung der Gesellschaft unterstützte. Es war Teil des umfassenden Hilfsprogramms PHARE (Pologne, Hongrie: Assistance à la Restructuration Economique).
Durch Beschluss des Ministerrats vom 29. April 1993 wurde das Programm um eine zweite vierjährige Phase (TEMPUS II) – beginnend mit dem akademischen Jahr 1994/95 – verlängert sowie auf die Neuen Unabhängigen Staaten (NUS) und die Mongolei als Teil des TACIS (Technical Assistance for the Commonwealth of Independent States)-Programms erweitert.
Am 29. April 1999 wurde durch den Ministerrat der Europäischen Union die dritte Phase des Programms, TEMPUS III, für den Zeitraum von 2000 bis 2006 angenommen. Diese galt ausschließlich für die Neuen Unabhängigen Staaten, die Mongolei sowie die nichtassoziierten Länder Mittel- und Osteuropas.
Die jüngste Phase des Programms, TEMPUS IV, begann mit einer Aufforderung zur Einreichung von Projektvorschlägen, die von Januar bis April 2008 dauerte.
Im Rahmen von TEMPUS IV werden drei Arten von Aktionen finanziert:
1.) Gemeinsame Projekte: beruhen auf multilateralen Partnerschaften zwischen Hochschuleinrichtungen in der EU und den Partnerländern. Sie fördern:
die Entwicklung, Überarbeitung und Verbreitung neuer Lehrpläne (Curricula), Lehrmethoden oder -materialien,
die Entwicklung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung,
die Modernisierung der Hochschulverwaltung.
2.) Strukturelle Maßnahmen: zur Entwicklung und Reform von Hochschuleinrichtungen und -systemen in den Partnerländern. Sie fördern:
die Reform von Verwaltungsstrukturen im Hochschulmanagement (Qualifikationssysteme, Qualitätssicherung, etc.),
die Verbindungen zwischen dem Bereich der Hochschulbildung und der Zivilgesellschaft,
wissenschaftliche Studien und Forschung, Seminare, Fortbildungsmaßnahmen, Politikberatung und die Weitergabe und Verbreitung von Fachinformation.
3.) Flankierende Maßnahmen.
Ziel des TEMPUS-Programms ist es zum Aufbau der Kooperation im Bereich der Hochschulbildung zwischen der Europäischen Union und ihren Nachbarstaaten beizutragen. Die operativen Ziele des TEMPUS-Programms sind:
Unterstützung zur Modernisierung der Hochschulbildung in den Partnerstaaten,
Stärkung der Verbindung des Bereichs der Hochschulbildung zu Zivilgesellschaft und Arbeitswelt,
Ausbau der Kapazitäten von Einrichtungen der Hochschulbildung in der EU und ihren Nachbarstaaten, insbesondere der Kapazitäten zu internationaler Kooperation und kontinuierlicher Modernisierung,
Öffnung der Hochschulbildung gegenüber der Zivilgesellschaft.
Im Auftrag der Europäischen Kommission ist die Europäische Exekutivagentur für Erziehung, Audiovisuelles und Kultur für die Durchführung der TEMPUS-Aktionen zuständig: http://eacea.ec.europa.eu/index_de.php.
Finanziert wird das TEMPUS IV-Programm mit Hilfe dreier Finanzinstrumente der externen Hilfe der Europäischen Kommission:
das Instrument für Heranführungshilfe (Westlicher Balkan),
das Europäische Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstrument (Osteuropa, Nordafrika und Naher Osten) und
das Finanzierungsinstrument für die Entwicklungszusammenarbeit (Zentralasien).
Weitere Informationen zum TEMPUS-Programm finden Sie auf den Internetseiten der:
Europäischen Exekutivagentur für Erziehung, Audiovisuelles & Kultur: http://eacea.ec.europa.eu/tempus/programme/about_tempus_en.php
Europäischen Kommission: http://ec.europa.eu/education/external-relation-programmes/doc70_en.htm
Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD): http://eu.daad.de/eu/tempus/05236.html
Siehe auch: Hochschulkooperationen, Europäische Union, Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles & Kultur